Discounter-Angebote und ihre Folgen

Dokumentation über ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben deutscher Discountmärkte. Eine Dokumentation der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign CCC). Deutsche Bearbeitung: Christliche Initiative Romero, in Kooperation mit Kanal-4.

Lidl soll Ausbeutung für Schnäppchenpreise beenden Proteste vor Discounter-Zentrale

Protest in Neckarsulm vor Lidl Zentrale

Protest in Neckarsulm vor Lidl Zentrale

In den weltweiten Zulieferbetrieben deutscher Discounter herrschen teilweise menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Hungerlöhne sind hier ebenso an der Tagesordnung wie erzwungene, exzessive Überstunden. Die gewerkschaftliche Selbstorganisation der ArbeiterInnen wird massiv unterbunden, Motto: Wer sich beschwert, fliegt raus. Die ArbeiterInnen in diesen Betrieben zahlen den Preis für die Schnäppchen, mit denen Discountmärkte hierzulande KundInnen ködern…

Den „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ haben Aktive der Christlichen Initiative Romero, UnterstüzerInnen des I shop fair Netzwerkes, VertreterInnen der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign / CCC) sowie Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi zum Anlass genommen, um vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm gegen die „Ausbeutung zum Schnäppchenpreis“ zu protestieren. Im Anschluss an die Aktion übergab eine Delegation VertreterInnen der Lidl Stiftung & Co. KG bundesweit gesammelte Protestkarten. Mit diesen Karten fordern KonsumentInnen Lidl dazu auf, seine Einkaufspraktiken so zu ändern, dass Lieferanten Sozialstandards einhalten können. Bislang ist die aggressive Einkaufspolitik der Discounter der wesentliche Grund für ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Zulieferbetrieben in Ländern des Südens.

Der Protest am Lidl-Hauptstandort in Neckarsulm stellt eine der Aktionen dar, an denen die Christliche Initiative Romero als Trägerorganisation der Kampagne für Saubere Kleidung in dieser Woche beteiligt ist. Die Aktionswoche schlägt die Brücke zu einer politischen Initiative aus dem asiatischen Raum, die darauf abzielt, das weltweite Lohndumping zu beenden: die Asiatische Grundlohn-Kampagne (Asian Floor Wage Campaign). Die Asiatische Grundlohn-Kampagne hat – ein Novum im weltweiten Kampf gegen Lohndumping – länderübergreifende Tarifverträge in der asiatischen Region zum Ziel. Getragen wird die Kampagne von einer breiten Basis von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen im asiatischen Raum, die den „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ ihrerseits dazu nutzen, ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

Am Vortag der Protestaktion in Neckarsulm hatte die Christliche Initiative Romero in einer gut besuchten Pressekonferenz in Köln die Ziele der Aktionswoche sowie der Asiatischen Grundlohn-Kampagne dargelegt. Über die Pressekonferenz und die Protestaktion in Neckarsulm berichteten daraufhin unter anderem die Frankfurter Rundschau, der Kölner Stadt-Anzeiger, Domradio (Köln) und der SWR.

Street activities for better working conditions at Lidl suppliers

On 7 October, the World day for decent work, street activities have been organised in 4 mayor cities in Austria (Vienna, Linz, Graz and Innsbruck). The purpose of these activities was to raise public awareness on the problematic working conditions in supplying companies that produce for the discount market Lidl. In order to put pressure on Lidl managers, activists were collecting signatures on postcards with the slogan “Ein Einkauf bei LIDL kann so ziemlich alles sein. Ausser fair!” (Shopping at LIDL can be anything but fair!). At the end of the year all the signed postcards that claim living wages for workers and minimum social standards will be handed over to Lidl.

Vienna – protest against unfair working conditions in front of a Lidl shop
Graz – protest march for the right to fair working conditions
Linz – commemoration of Asian seamstresses in front of the unfair-stand
Innsbruck – a working day of a seamstress

Wir waschen Lidl den Kopf!

Mit dieser Idee traten wir, AktivistInnen des Netzwerks I SHOP FAIR in Wien, gegen die unfairen Arbeitsbedingungen bei Lidl und seinen Zuliefererbetrieben an.

Zu diesem Zweck versammelten wir uns, verkleidet als KonsumentInnen, Lidl- Manager und Arbeiterinnen vor einer Lidl- Filiale im 17. Bezirk in Wien.

Die Lidl- Manager saßen auf gemütlichen Stühlen, die Füße bequem ausgestreckt und abgelegt. – Und zwar auf den vor ihnen knienden, gleichförmig maskierten und schuftenden Arbeiterinnen. Doch hinter den Managern – da standen die KonsumentInnen, mit Wasserkübeln in ihren Händen. Sie wollten diese unfairen Arbeitsbedingungen nicht mehr länger hinnehmen und schütteten mit voller Wucht Wasser über die Manager, um ihnen gehörig den Kopf zu waschen!

Vorbeikommende PassantInnen und Lidl- KonsumentInnen wurden auf die Aktion aufmerksam und füllten Shop-Cards für eine faire Behandlung der ArbeiterInnen aus, während uns der Lidl-Bodyguard aus dem Inneren der Filiale misstrauisch beäugte.

Wir führten Interviews mit KonsumentInnen und warben für faire Arbeitsbedingungen.- Bei Lidl und weltweit.

Tina Seehuber, Konsumentin und Aktivistin bei I SHOP FAIR

Photos zur Aktion

Take Action Now!

Unterstützen Sie die Forderungen von I SHOP FAIR und der Clean Clothes Kampagne mittels einer elektronischen Karte!

Wussten Sie, dass Lidl …
… 24 europäischen Ländern Filialen hat und somit ein der größten Einzelhandelsketten weltweit ist?
… jährlich einen Umsatz von rund 52 Mrd. Euro erwirtschaftet? Das ist genauso viel wie die gesamte jährliche wirtschaftliche Leistung von Bangladesch (153 Mio. Einwohner)
… in Fabriken produzieren lässt, aus denen ArbeiterInnen entlassen werden, wenn sie einer Gewerkschaft beitreten?
… Bekleidung verkauft, die für Hungerlöhne hergestellt wurden?
… Kleidung von Zulieferbetrieben kauft, bei denen ArbeiterInnen gezwungen werden, 13 bis 15 Stunden, sieben Tage die Woche durchzuarbeiten?
…keine echten Anstrengungen unternimmt, um die Situation der ArbeiterInnen zu verbessern?

Die Bekleidung, welche Lidl in seinen Filialen verkauft, wird in unzähligen Zulieferbetrieben auf der ganzen Welt unter teils menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Gerade durch seine Größe Einkaufsmacht muss Lidl endlich Verantwortung für sein globales wirtschaftliches Handeln übernehmen.

Unsere Forderungen an Lidl und seine Zulieferbetriebe:
- existenzsichernde Löhne für alle ArbeiterInnen
- keine exzessiven Arbeitszeiten
- keine unbezahlten Überstunden
- Recht auf gewerkschaftliche Vereinigung
- keine Diskriminierung der ArbeiterInnen jedweder Art
Einführung, Umsetzung und unabhängige Kontrolle eines Kodex, der genannte Forderungen beinhaltet.

Österreichweite Aktionen für faire Arbeitsbedingungen bei Lidl!

KonsumentInnen nehmen Lidl in die Pflicht!

Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober macht I SHOP FAIR, das KonsumentInnen-Netzwerk von Südwind gemeinsam mit der Clean Clothes Kampagne auf die Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben des Diskonters Lidl aufmerksam.

In Wien, Linz, Graz und Innsbruck verteilten heute AktivistInnen im Rahmen von diversen Straßenaktionen Postkarten mit dem Slogan “Ein Einkauf bei Lidl kann so ziemlich alles sein. Außer fair!” an PassantInnen und KonsumentInnen von Lidl.

Ziel dieser Aktionen ist es, Druck auf das Lidl-Management auszuüben, damit die Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern wie Bangladesch und Indien nachhaltig verbessert werden.

Lidl erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 52 Mrd. Euro – das ist genauso viel wie die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung von Bangladesch. Dort läßt Lidl Bekleidung für Hungerlöhne produzieren. Die ArbeiterInnen müssen in Slums leben und haben oft Schwierigkeiten sich genug zum Essen oder medizinische Versorgung zu leisten. Wenn sie versuchen sich gewerkschaftlich zu organisieren, droht die fristlose Entlassung in den Zulieferbetrieben.

Die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben von Lidl sind menschenunwürdig. Es ist eine Unverschämtheit, dass Lidl bis jetzt noch nicht zur Verantwortung gezogen wurde. Es liegt deshalb nun bei uns Konsumentinnen und Konsumenten, diese Verantwortung einzufordern, ist I SHOP FAIR-Aktivistin Vera Gusenbauer überzeugt.

Gemeinsam mit Produktkampagnen wie der Clean Clothes Kampagne und dem Flower Label Program (FLP) fordern AktivistInnen wie Vera Gusenbauer Lidl auf, existenzsichernde Löhne für alle ArbeiterInnen und die Einhaltung sozialer Mindeststandards in den Zulieferbetrieben zu gewährleisten.

Art Campaigning Management Workshop
19th October 2009 St James Cavalier

Are you trying to reach out to the general public? Are you trying to communicate something? Are you aware about the potential of marketing, of campaigning, of arts? Are you an activist? Are you part of an NGO? Are you willing to improve?

If you want to find out more about such themes, this workshop is for you. It will be hosted by Adrian Mamo and will take place on the 19th October in St.James Cavalier from 6pm-8pm. There will be Fair Trade refreshments afterwards and it’s all for free.

Places are limited- the first 40 persons can participate on a first come first served basis.

To register please e-mail Mahira on mahira0129@gmail.com

Ausbeutung zum Schnäppchenpreis

Usha Ravikumar hilft NäherInnen bei ihrem zähen Kampf um Arbeit in Würde.
Usha Ravikumar hilft NäherInnen bei ihrem zähen Kampf um Arbeit in Würde.

Kamala Nehru und Usha Ravikumar sind im Oktober in Deutschland. In ihren Vorträgen berichten die beiden Frauen über die Arbeitsbedingungen und  ungerlöhne im Lande sowie über die Asiatische Grundlohnkampagne (AFW), die neue Wege zeigt, das weltweite Lohndumping zu stoppen.

Stationen der Rundreise sind am
4. Oktober Berlin
5. Oktober 19:30 Uhr Neues Rathaus (Trammplatz 1) in Hannover
6. Oktober 19:30 Uhr im DGB-Haus (Endenicher Str. 127) in Bonn
7. Oktober Regensburg
8. Oktober 19.30 Uhr im eckstein (Burgstr. 1-3) in Nürnberg
9. Oktober Münster
11. Oktober 19 Uhr Evangelische Kirchengemeinde in Oberhausen

„Frau Merkel, handeln Sie!“

„Discounter lassen überwachen – es ist Zeit, Discounter zu überwachen!“: Unter diesem Motto hat die Kampagne für Saubere Kleidung jetzt ein öffentliches Protestnähen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin veranstaltet.

„Discounter lassen überwachen – es ist Zeit, Discounter zu überwachen!“: Unter diesem Motto hat heute die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign / CCC) ein öffentliches Protestnähen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin veranstaltet. Mit ihren surrenden Nähmaschinen verbanden die AktivistInnen deutschlandweit gesammelte Protestkarten, die an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet sind. Die Absender der Karten fordern weltweit verbindliche Sozialstandards in der Textilindustrie.

Über 400 Meter lang geriet das Band der Protestkarten – ein Blickfang nicht zuletzt für verschiedene anwesende TV-Teams, die über die Aktion berichteten.Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert politisches Handeln, damit Discounter wie Kik, Aldi und Lidl gesetzlich verpflichtet werden, Arbeits- und Sozialstandards in ihren Produktionsstätten überall auf der Welt umzusetzen.  Das Kanzleramt teilte mit, dass es der Bundesregierung wichtig sei, das Thema verstärkt anzugehen. Verbindliche Zusagen, gesetzlich verpflichtende Regeln für internationale Unternehmen einzuführen, wurden jedoch nicht gemacht.

I SHOP FAIR goes online

Herzlich Willkommen auf der Website von I SHOP FAIR, dem Netzwerk von KonsumentInnen die sich aktiv für weltweit faire Arbeitsbedingungen einsetzen