Muttertag – faire Blumen für die ArbeiterInnen?

Südwind macht mobil für faire Arbeitsbedingungen auf Blumenplantagen in Lateinamerika und Afrika.

3,5 Mio. Euro geben die ÖsterreicherInnen jedes Jahr für Blumengeschenke zum Muttertag aus, ca. 8 Millionen Rosen werden verkauft. Während der Handel floriert, wird den ArbeiterInnen – der Großteil sind Frauen – auf den Blumenplantagen in Lateinamerika, Afrika und Asien nichts geschenkt. Sie arbeiten von früh bis spät für einen Hungerlohn und müssen dafür auch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, denn oft ist die Schutzkleidung gegen Pestizide und Düngemittel unzureichend. Auch das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung wird den ArbeiterInnen in vielen Ländern und Betrieben nicht gewährt.

Hungerlöhne in Guatemala
Arbeitsrechtsexperte José Gabriel Zelada Ortiz, auf Einladung des Südwind- KonsumentInnennetzwerks I SHOP FAIR in Wien, hat die Blumenproduktion in seinem Land unter die Lupe genommen und dafür mit vielen ArbeiterInnen gesprochen. „Ich will nicht auf den Blumenfarmen arbeiten, aber wenn ich es nicht tue, haben meine Familie und ich nichts zu essen. Ich muss mir gefallen lassen, dass sie mich dort schlecht behandeln und, dass sie mir meine Überstunden nicht bezahlen […]“ erzählte ihm Lucia Pérez, die auf einer Blumenplantage arbeitet. Durchschnittlich 186 Euro verdienen die guatemaltekischen BlumenarbeiterInnen, 70% sind Frauen – 195 Euro sind in Guatemala allein nötig, um eine fünfköpfige Familie ausreichend zu ernähren.

… Arbeitsrechtsverletzungen in Kenia
Ähnliche Missstände, wie Hungerlöhne, fehlende Schutzkleidung und sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte, gibt es auch in Kenia, dem größten außereuropäischen Blumenproduzent für die Europäische Union. Rund um den Naivasha See, der ca. dreimal so groß ist wie der Attersee, werden auf 1.900 ha rund 70% der kenianischen Blumen produziert. Während das Geschäft mit den Stielen blüht, trocknet der See durch die Bewässerung der Blumenfarmen nach und nach aus und wird durch den Rückfluss von Spritz- und Düngemittel verschmutzt. Für die mittlerweile ca. 650.000 Menschen, die sich dort angesiedelt haben und mit den niedrigen Löhnen auf den Plantagen kaum überleben können, bleibt kein Trinkwasser und kaum Platz, um selber Nahrung anzubauen. Auch hier sind 70-80% der Arbeitskräfte auf den Farmen Frauen.

Alternativen in Österreich: Faires Kaufen und Handeln
Wer beim Blumen-Kauf faire Arbeitsbedingungen unterstützen will, greift am besten zu zertifizierter Ware. In Österreich sind Blumen mit dem FLP und dem FAIRTRADE-Gütelsiegel erhältlich.

Außerdem hat das Südwind-KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR eine Petition an das Blumenbüro gestartet, mit der jede und jeder ein klares Zeichen für fair produzierte Blumen setzen kann. Im Vorfeld des Muttertages machen AktivistInnen in Dornbirn, Innsbruck, Graz, Linz und Wien zudem durch Straßenaktionen auf das Thema und Kaufalternativen aufmerksam.

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