
14 December 2011 | Posted by philip
Das Weihnachtsgeschäft boomt und lässt auf den ersten Blick nichts zu wünschen übrig. Das dem nicht ganz so ist, beweist eine aktuelle Studie von Nielsen im Auftrag von Südwind: Viele KonsumentInnen wünschen sich Bekleidung, Spielsachen, Computer und Blumen, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden und sind bereit dafür auch tiefer in die Tasche zu greifen.
Wien, 13.12.11. Kinderarbeit, Löhne unter dem Existenzminimum, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und ungeregelte, zu lange Arbeitszeiten: Mit diesen Missständen müssen Millionen ArbeiterInnen der Bekleidungs,- Spielzeug,- Computer-und Blumenindustrie vor allem in asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Billiglohnländern leben. Die entwicklungspolitische Organisation Südwind macht in Österreich regelmäßig auf diese menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aufmerksam und ließ im Herbst 2011 eine repräsentative Studie zu Ethischem Konsum vom Marktforschungsinstitut Nielsen auf Basis von 1000 Telefoninterviews erstellen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Während bei Kleidung im Bezug auf schlechte Arbeitsbedingungen das Wissen in der Bevölkerung schon sehr verbreitet ist (88%), geben 59% an, auch im Bezug auf Spielzeug schon davon gehört zu haben. Weniger ausgeprägt ist das Problem-Bewusstsein bei Schnittblumen (33%), am geringsten ist es bei Computern/Hardware (22%) vorhanden.
80%-89% der Befragten finden es wichtig, dass die Bekleidung, Spielsachen, Computer und Blumen, die sie kaufen, unter Einhaltung sozialer Mindeststandards produziert wurden. Dass keine Kinderarbeit im Spiel ist, wünschen sich sogar 88%-92%. „Kinderarbeit ist vor allem dann ein Thema, wenn die Eltern zu wenig verdienen, um die ganze Familie ausreichend zu versorgen. In den Zulieferketten müssen endlich existenzsichernde Löhne bezahlt werden“, unterstreicht Philip Doyle vom Südwind-KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR. Drei Viertel der Befragten gaben an für sozial gerecht hergestellte Produkte mehr zu bezahlen, die Spanne liegt bei 21,2% (Computer) bis 24,9% (Spielzeug). „Der Anteil der Lohnkosten liegt nur im Cent-Bereich, somit würden sich Lohnerhöhungen nur marginal im Endverkaufspreis niederschlagen. Die Nachfrage ist da! Es liegt an den Unternehmen auf diese auch zu reagieren und in den Zulieferketten existenzsichernde Löhne zu garantieren“, fordert Doyle.
Knapp drei Viertel der Befragten sind auf Nachfrage hin bereit, sich vor allem durch gezielte Käufe und Info-Weiterleitung an Freunde für die Einhaltung soz. Mindeststandards einzusetzen, die Hälfte will aber auch aktiv Informationen einholen oder sich an Unterschriftenaktionen beteiligen. „Mit dem KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR konnten wir in den letzten drei Jahren tausende Menschen erreichen und sie unterstützen sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen. Dieses Engagement und die Ergebnisse der Umfrage haben uns gezeigt, dass neben Preis und Qualität auch faire Arbeitsbedingungen immer mehr zur Kaufentscheidung beitragen“, freut sich Doyle.
Downloads:
Zusammenfassung der Studie (ppt)
Clean Clothes Kampagne: Infografik „Lohnkostenanteil Jeans“
Clean Clothes Kampagne: Infografik „Lohnkostenanteil T-Shirt“
Infografik „Preisbeispiel Barbie“
Categories: IT, Schwerpunkt Bekleidung, Schwerpunkt Blumen, Schwerpunkt Spielsachen |
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6 May 2011 | Posted by philip
Südwind macht mobil für faire Arbeitsbedingungen auf Blumenplantagen in Lateinamerika und Afrika.
3,5 Mio. Euro geben die ÖsterreicherInnen jedes Jahr für Blumengeschenke zum Muttertag aus, ca. 8 Millionen Rosen werden verkauft. Während der Handel floriert, wird den ArbeiterInnen – der Großteil sind Frauen – auf den Blumenplantagen in Lateinamerika, Afrika und Asien nichts geschenkt. Sie arbeiten von früh bis spät für einen Hungerlohn und müssen dafür auch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, denn oft ist die Schutzkleidung gegen Pestizide und Düngemittel unzureichend. Auch das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung wird den ArbeiterInnen in vielen Ländern und Betrieben nicht gewährt.
Hungerlöhne in Guatemala…
Arbeitsrechtsexperte José Gabriel Zelada Ortiz, auf Einladung des Südwind- KonsumentInnennetzwerks I SHOP FAIR in Wien, hat die Blumenproduktion in seinem Land unter die Lupe genommen und dafür mit vielen ArbeiterInnen gesprochen. „Ich will nicht auf den Blumenfarmen arbeiten, aber wenn ich es nicht tue, haben meine Familie und ich nichts zu essen. Ich muss mir gefallen lassen, dass sie mich dort schlecht behandeln und, dass sie mir meine Überstunden nicht bezahlen […]“ erzählte ihm Lucia Pérez, die auf einer Blumenplantage arbeitet. Durchschnittlich 186 Euro verdienen die guatemaltekischen BlumenarbeiterInnen, 70% sind Frauen – 195 Euro sind in Guatemala allein nötig, um eine fünfköpfige Familie ausreichend zu ernähren.
… Arbeitsrechtsverletzungen in Kenia
Ähnliche Missstände, wie Hungerlöhne, fehlende Schutzkleidung und sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte, gibt es auch in Kenia, dem größten außereuropäischen Blumenproduzent für die Europäische Union. Rund um den Naivasha See, der ca. dreimal so groß ist wie der Attersee, werden auf 1.900 ha rund 70% der kenianischen Blumen produziert. Während das Geschäft mit den Stielen blüht, trocknet der See durch die Bewässerung der Blumenfarmen nach und nach aus und wird durch den Rückfluss von Spritz- und Düngemittel verschmutzt. Für die mittlerweile ca. 650.000 Menschen, die sich dort angesiedelt haben und mit den niedrigen Löhnen auf den Plantagen kaum überleben können, bleibt kein Trinkwasser und kaum Platz, um selber Nahrung anzubauen. Auch hier sind 70-80% der Arbeitskräfte auf den Farmen Frauen.
Alternativen in Österreich: Faires Kaufen und Handeln
Wer beim Blumen-Kauf faire Arbeitsbedingungen unterstützen will, greift am besten zu zertifizierter Ware. In Österreich sind Blumen mit dem FLP und dem FAIRTRADE-Gütelsiegel erhältlich.
Außerdem hat das Südwind-KonsumentInnennetzwerk I SHOP FAIR eine Petition an das Blumenbüro gestartet, mit der jede und jeder ein klares Zeichen für fair produzierte Blumen setzen kann. Im Vorfeld des Muttertages machen AktivistInnen in Dornbirn, Innsbruck, Graz, Linz und Wien zudem durch Straßenaktionen auf das Thema und Kaufalternativen aufmerksam.
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13 April 2011 | Posted by philip
Am 7. Mai 2011 wird Apple von AktivistInnen in ganz Europa aufgefordert sich für faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in seinen Zulieferbetrieben einzusetzen.
MakeITfair und Goodelectronics haben dafür ein Toolkit mit den wichtigsten Fragen und Antworten, sowie mit kreativen Aktionsideen zusammengestellt. Backt einen fairen Apfelkuchen, läutet einen Handy-Flashmob und verbreitet die Aktion in euren Netzwerken!
Ab Anfang Mai startet die Online-Petition
Mit AktivistInnen in ganz Europa könnt ihr euch über facebook und twitter vernetzen:
- Facebook-Seite der makeITfair Young Activists
- makeITfair Youth auf twitter
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11 April 2011 | Posted by philip
Auch dieses Jahr werden zu Ostern dem Schokohasen fleißig die Ohren abgeknabbert. Für all jene, die hinter die Kulissen der Schokoladeindustrie blicken wollen, gibt es die passende Literaturempfehlung. Die Broschüre „Inhalt: Kakao“ gibt einen Überblick über die einzelnen Schritte der Kakao-Lieferkette und informiert dabei über Trends der Kakaoproduktion bis zum Schokoladeverbrauch. Weiters informiert die Broschüre über den Fairen Handel, denn die nachhaltige Produktion ist ein immer wichtigeres Kriterium für KonsumentInnen. Bestellen kann man die Broschüre bei philip.doyle@suedwind.at.
Eine elektronische Version zum Download gibt es hier
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4 January 2011 | Posted by alexander

Am 14. Dezember fand in Frankfurt ein Gespräch zwischen dem Discounter Lidl und VertreterInnen der internationalen Clean Clothes Kampagne statt. Nachdem sich in der letzten Zeit zahlreiche AktivistInnen und KonsumentInnen für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben von Lidl in Südostasien eingesetzt hatten, erklärten sich die Führungskräfte des Konzerns bereit mit der CC-Kampagne über deren Handlungsmöglichkeiten zu sprechen. Beeindruckt zeigten sich die Lidl-VertreterInnen von ca. 1500 übergebenen Protestkarten, welche von besorgten österreichischen KonsumentInnen unterschrieben worden waren.
Lidl erklärte, dass ihnen die Situation der ArbeiterInnen am Herzen liege und sie sich für die Verbesserung einsetzen wollen. Unter anderem sollen die Löhne für Beschäftigte in Zulieferbetrieben in Bangladesch über den gesetzlichen Mindestlohn hinaus erhöht werden. Außerdem will das Unternehmen die Produktion auf einige wenige Betriebe konzentrieren, um die Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen besser kontrollieren zu können. Begleitet wird dieser Prozess von der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit.
Die Lidl-Verantwortlichen wollen sich Ende 2011 erneut mit der Clean Clothes Kampagne zusammensetzen, um von der Umsetzung der Vorsätze zu berichten.
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10 December 2010 | Posted by philip
Verdeckte Untersuchungen enthüllen unter anderem, dass bei Disney Zulieferern Kinder arbeiten und ArbeiterInnen zu exzessiven Überstunden gezwungen werden.

Unterstützen Sie uns! Take action now! Senden Sie ein Protestmail an Disney!
Nachdem Disney bereits in den vergangenen Jahren aufgrund der Missachtung chinesischer Arbeitsrechte zunehmend unter öffentlichen Druck geraten ist, steht der Konzern erneut im Fokus des zuletzt veröffentlichten Berichts von China Labour Watch (CLW). Obwohl es nach der Veröffentlichung vorheriger Berichte zu einzelnen Verbesserungen gekommen ist, zeigt der jüngste Bericht ein erschreckendes Ergebnis. Disney missachtet noch immer seinen eigenen Verhaltenkodex sowie das chinesischen Arbeitsrechts.
Der jüngste Bericht von CLW und I SHOP FAIR – Netzwerk Ethischer Konsum wurde im November 2010 veröffentlicht. Er enthält Undercover-Untersuchungen in zwei Zulieferbetrieben von Disney – Hengtai Factory in Pinghu, und Champion Crown Industries in Shenzhen. In beiden Fabriken ermittelten CLW MitarbeiterInnen wochenlang verdeckt, indem sie sich anstellen ließen und ein Leben wie alle anderen ArbeiterInnen führten.
Wir haben eine deutsche Kurzversion des Berichts, der auch das Tagebuch einer der ErmittlerInnen enthält, das während der Zeit bei Champion Crown Industries geschrieben wurde, verfasst.
Die wichtigsten Ergebnisse des Bericht sind wie folgt:

Kinderarbeit
Champion Crown behauptet nur ArbeiterInnen einzustellen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Jedoch sind viele von ihnen jünger als 18 Jahre, und manchmal sogar jünger als 16 Jahre, was unter dem legalen Mindestalter in China liegt. Dem Gesetz nach handelt es sich hier um Kinderarbeit. Während der Recherchezeit war sogar eine Schülerin in der Fabrik angestellt. Sie musste das gleiche Arbeitspensum erledigen wie die erwachsenen ArbeiterInnen.
Auch Hengtai stellt ArbeiterInnen ein die jünger als 16 Jahre alt sind und die gleichen Arbeitszeiten, inklusive erzwungener Überstunden, wie ihre älteren KollegInnen absoliveren müssen.
> Wir fordern Disney auf sicherzustellen, dass es bei Zulieferbetrieben keine Kinderarbeit gibt. Im Falle von Champion Crown und Hengtai darf Disney die dort beschäftigten Kinder nicht durch Kündigung zusätzlich bestrafen und sich so der Verantwortung entziehen. Stattdessen muss der Konzern ihnen eine Entschädigung in der Höhe eines Jahresgehalts zuzüglich der Kosten für die Rückreise zu ihren Familien bezahlen. Auf diesem Weg erhalten die Kinder die Möglichkeit in ihre Schule zurückzukehren.
Disney soll weiters einen globalen Fond für KinderarbeiterInnen errichten, damit Kinder, die in Disney-Zulieferbetrieben entdeckt werden, die nötige Unterstützung bekommen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zur Schule gehen zu können.
Arbeitszeiten
Bei Champion Crown werden die ArbeiterInnen gezwungen, 7 Tage die Woche zu arbeiten wenn die Auftragslage hoch ist. Überstunden sind verpflichtend und viele davon fallen auch regelmäßig in der Nacht an. Da es in der Fabrik keine definierte „Hochsaison“ gibt, müssen die ArbeiterInnen extrem flexibel sein, da das Arbeitspensum von der jeweiligen Auftragslage abhängt. Zusätzlich wird extremer Druck ausgeübt, die vorgeschriebenen Quoten zu erreichen.
Bei Hengtai sind die Überstunden ebenfalls exzessiv und vorgeschrieben. Wenn ArbeiterInnen sich weigern, verstoßen sie damit gegen die “versteckten” Regeln der Fabrik und werden aus anderen Gründen gefeuert.
> Wir fordern Disney auf, sicher zu stellen, dass ArbeiterInnen nicht keine exzessiven und keine erzwungenen Überstunden leisten müssen. Disney muss sicherstellen, dass die eigenen Bestellpraktiken, besonders die Liefertermine, ihren Zulieferern ermöglichen das Chinesische Gesetz im Bereich der erlaubten Wochenarbeitszeit einzuhalten.
Löhne und Zusatzleistungen
Laut dem Bericht von CLW verdienen die ArbeiterInnen bei Champion Crown Industries ungefähr €102 (900 RMB) Grundlohn pro Monat. Hinzu kommt ein Überstundenzuschlag von € 0,7 (6,5 RMB) pro Überstunde, egal zu welcher Zeit diese anfallen. Die Summe des Lohns schwangt aber, da die Fabrik zwischen Stundenlohn und Akkordlohn hin und herwechselt, je nachdem was für sie profitabler ist. Es herrscht ein schwerwiegender Mangel an Transparenz bei der Lohnberechnung, da verschlüsselte Lohnzettel genutzt werden, die die ArbeiterInnen nicht verstehen können.
Die Kosten der Sozialversicherung muss sowohl von Arbeitgeber wie auch ArbeitnehmerInnen bezahlt werden. Die Fabrik führt ihre ArbeiterInnen in die Irre, was die Wichtigkeit der Sozialversicherung angeht. Als Konsequenz der Information, dass die Anmeldung bei der Sozialversicherung nutzlos und teuer wäre, entscheiden sich die meisten ArbeiterInnen dagegen.
Bei Hengtai beträgt der durchschnittliche Monatslohn etwa € 200,- (1.800 RMB). Die Berechnung des tatsächlichen Lohns erfolgt folgendermaßen: Grundlohn + Überstunden – Essensgeld (€ 33 (290 RMB)) – Unterkunft (€ 8,30 (70 RMB)) – Trinkwasser (€ 0,8 – 10 RMB). Nach diesen Abzügen beträgt der durchschnittliche Monatslohn etwa €123 (1.100 RMB)
Bei beiden Fabriken, Champion Crown und Hengtai, beträgt damit der Lohn etwa nur die Hälfte dessen, was ArbeiterInnen für ein Leben in Würde bräuchten.
> Wir fordern Disney auf, sicherzustellen, dass bei Champion Crown und Hengtai die Überstunden so bezahlt und die ArbeiterInnen zur Sozialversicherung angemeldet werden wie es das geltende Chinesischem Gesetz vorschreibt.
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9 December 2010 | Posted by philip
4.500 Unterschriften für faire IT-Beschaffung an Universitäten und Fachhochschulen – so viel Unterstützung erhielten die Südwind-Kampagnen Clean-IT und I SHOP FAIR von KonsumentInnen aus ganz Europa. Die gesammelten Petitionskarten werden an ausgewählte EntscheidungsträgerInnen in mehreren europäischen Ländern übergeben.

Offener Brief
In Österreich war es trotz mehrmaliger Versuche leider nicht möglich, einen Termin mit dem Vorsitzenden der Universitätenkonferenz, Herrn Dr. Hans Sünkel, für die Übergabe der Petitionskarten zu vereinbaren. Nun wenden sich die LeiterInnen der beiden Kampagnen stellvertretend für alle beteiligten AktivistInnen und UnterzeichnerInnen mit dem folgenden offenen Brief an Herrn Dr. Sünkel.
Österreichische Universitätenkonferenz
z. H. Herrn Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. Hans Sünkel
Floragasse 7 / 7
1040 Wien
ÖSTERREICH
Sehr geehrter Herr Dr. Sünkel!
Jährlich werden in Österreich von der öffentlichen Hand mehr als 110 Millionen Euro für IT-Hardware wie Computer und Laptops ausgegeben. Während Computer den Arbeitsalltag an Universitäten erleichtern, leiden die ArbeiterInnen in der Elektronikindustrie unter ausbeuterischen und gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen. Sie arbeiten täglich bis zu 15 Stunden, an sieben Tage die Woche unter gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen. Während die Elektronik-Markenfirmen Gewinnmargen von 40 Prozent und mehr des Verkaufspreises einstreifen, verdienen die ArbeiterInnen kaum genug zum Überleben.
Das muss nicht so sein! Wenn öffentliche Institutionen, wie Universitäten und Fachhochschulen, soziale Kriterien in ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen, trägt dies zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Produktionsländern bei. Daher fordern die Südwind Kampagnen Clean-IT und I SHOP FAIR die Umsetzung einer sozial fairen Beschaffung von IT-Hardware an Universitäten und Fachhochschulen in ganz Österreich. 4500 KonsumentInnen und Studierende unterstützten uns mit ihrer Unterschrift bei diesem Appell an die österreichischen RektorInnen, die wir hiermit an Sie weitergeben. Als LeiterInnen der Südwind-Kampagnen bedauern wir es daher sehr, dass Sie trotz mehrmaliger Terminanfragen keine Zeit für die Übergabe der Unterschriften gefunden haben. Nun wollen wir Ihnen zumindest mit dem angefügten Foto einen Eindruck von der großen Anzahl der der unterschriebenen Petitionskarten übermitteln.
Wir möchten nochmals betonen, dass es uns um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben der großen Elektronikmarkenfirmen geht. Durch ein politisches Bekenntnis zu fairer Beschaffung an den von Ihnen vertretenen Universitäten können Sie dazu beitragen und mit positivem Beispiel vorausgehen. Sozial faire Beschaffung ist ein wirksamer Hebel zur Verbesserung der Lebensumstände vieler Menschen. Gerade durch die große Kaufkraft haben öffentliche BeschafferInnen ausreichend Einfluss, um strukturelle Veränderungen in der Computerindustrie zu bewirken. Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Angebot für private KonsumentInnen, die sozial verantwortlich produzierte Computer kaufen möchten.
Das oft geäußerte Argument, dass faire Beschaffung nicht leistbar wäre, wurde in Untersuchungen klar widerlegt. Da die Lohnkosten nur einen Bruchteil des Verkaufspreises von Elektronikartikel ausmachen, würde der Preisunterschied nur bei wenigen Prozent liegen. Darüber hinaus finden wir es inakzeptabel, dass öffentliche Gelder für die Ausbeutung von Menschen verwendet werden.
Dass die Problematik auch für eine breite Öffentlichkeit von Bedeutung ist, zeigt das große Medienecho. Sowohl Printmedien als auch das Fernsehen berichteten ausführlich über die Kampagne, so zum Beispiel der Standard, der Kurier, die Presse, die Wiener Zeitung und die ZIB 24.
Gemeinsam können wir die Welt verbessern. Auch in Zeiten von Bugdetknappheit dürfen sich öffentliche Einrichtungen wie die Universitäten keine Ausbeutung von ArbeiterInnen in der Elektronikindustrie leisten!
Mit freundlichen Grüßen,
Mag.a Andrea Ben Lassoued Mag. Philip Doyle
Projektleiterin Clean-IT Projektleiter I SHOP FAIR
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8 December 2010 | Posted by philip
Der neueste Bericht lässt Zweifel aufkommen, dass Disney es mit seiner Verantwortung für die Einhaltung seines eigenen Verhaltenskodex und der chinesischen Arbeitsgesetze Ernst meint.
Der Bericht, der im November 2010 von China Labor Watch (CLW) und I SHOP FAIR veröffentlicht wurde, enthüllt unter anderem, dass bei Disney Zulieferern Kinder arbeiten und ArbeiterInnen zu exzessiven Überstunden gezwungen werden. Darüberhinaus umgeht Crown Champion die Zahlung gesetzlich vorgeschriebener Überstundenzuschläge und wechselt bei der Berechnung der Monatslöhne vorsätzlich zwischen Stunden- und Akkordlöhnen, je nachdem, was für die Fabrik vorteilhafter ist. Den ArbeiterInnen wird die Anmeldung zur Sozialversicherung als nutzlos und teuer ausgeredet und damit chinesisches Gesetz umgangen, das die Fabrik verpflichtet, alle ArbeiterInnen zu versichern. Die Löhne in beiden Fabriken betragen etwa die Hälfte dessen, was die ArbeiterInnen für ein würdevolles Leben benötigen würden.
Den ganzen Bericht gibt es hier als pdf zum Download.
Eine deutsche Kurzfassung ist hier zu finden.
Unterstützen Sie unsere Forderungen an Disney und senden Sie ein email an Disney’s CEO Walter Iger
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2 October 2010 | Posted by sandra

Unterstützt unseren Protest gegen ALDI jetzt!
Mit harten Bandagen geht die bekannte Discounterkette ALDI gegen KritikerInnen ihrer Geschäftspolitik vor: Das in Essen ansässige Unternehmen hat jetzt juristische Schritte gegen die Christliche Initiative Romero (CIR) eingeleitet. Der entwicklungspolitischen Organisation mit Sitz in Münster droht eine Einstweilige Verfügung.
Fordern auch Sie Aldi auf die juristischen Schritte gegen die CIR zu stoppen und die Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen zum Schäppchenpreis zu beenden.
http://www.ci-romero.de/mailomat_aldi_klage/
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13 September 2010 | Posted by sandra
Discounter wie Aldi, Lidl oder KiK erzielen mit dem Kleidungsverkauf in Deutschland Umsätze in Milliardenhöhe. Da immer mehr KundInnen
sauber hergestellte Produkte wollen, werben Discounter vermehrt mit ihrer sozialen Unternehmensverantwortung.
Sie weisen darauf hin, dass ihre Zulieferer in Produktionsländern wie China oder Bangladesch grundlegende Sozialstandards
einhalten müssen.
Hier seht ihr wie die Führungsetage der Discounter berät, wie man Schönfärberei am schlausten betreibt: Schön!Färber!
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